Meisterschaft der Kleingärtner
Wer hat den besten und schönsten Kleingarten im ganzen Land? Alle vier Jahre rufen das Bundesbauministerium und der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) den Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ aus. In diesem Jahr mussten es die Kleingärtnervereine im Ringen um die mediale Aufmerksamkeit mit einem harten Konkurrenten aufnehmen - der Fußball-WM. Mit Unterstützung von MediaCompany Berlin schaffte es der BDG trotzdem, Zeitungsspalten und Sendeminuten zu füllen.
Eine sanfte Umbenennung bildete die Basis für den medialen Erfolg: Aus dem sperrigen „Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau 2006“ wurde „Die Deutsche Meisterschaft der Kleingärtner“. Der neue Titel gab die Richtung vor für die Art der Pressearbeit: sympathisch und humorvoll die Sprache, gewürzt mit Anleihen aus dem Sportjournalismus, spielerisch im Umgang mit altbekannten Klischees.
Das Konzept fiel auf fruchtbaren Boden: 51 Kleingartenanlagen in 49 Städten besuchte die Bewertungskommission in drei Wochen und überall war das Medieninteresse groß: Vor allem die regionalen Medien, aber auch ZDF, ARD, RTL, SAT1, Bild und Süddeutsche begleiteten die Jury bei ihren Besuchen (und machten aus deren Mitgliedern gerne auch mal „Schiedsrichter“ oder „Kampfrichter“ – Deutsche Meisterschaft eben).
Bei allem Vergnügen: Die zentralen Botschaften kamen trotzdem an. Denn beim Bundeswettbewerb geht es nicht um „perfekte Gartenzwerge und exakt geschnittene Hecken“, wie das Hamburger Abendblatt fragte (und umgehend verneinte). Sondern „Chancen auf eine Auszeichnung haben nur Vereine, die sich für ihre Stadt mächtig ins Zeug legen. Die sich um Integration ausländischer Mitbürger bemühen, die auch Unterstützung bei privaten Problemen bieten“ (Lübecker Nachrichten). Dem ist nichts hinzuzufügen.
Nur noch soviel: Die Gewinner werden im Dezember in Berlin gekürt.







