Von der Macht des Wortes
Mit dem 72. Internationalen PEN-Kongress hat MediaCompany Berlin seine Aktivitäten im Eventbereich ausgebaut. 450 Schriftsteller aus 80 Nationen diskutierten eine Woche lang über das „Schreiben in friedloser Welt“, so das Motto des Kongresses. Umrahmt wurde das Ereignis von einer Reihe hochkarätig besetzter öffentlicher Lesungen. MediaCompany Berlin hatte die Gesamtorganisation übernommen.
Das Deutsche PEN-Zentrum, nach 20 Jahren wieder Gastgeber des jährlich stattfindenden Weltkongresses, nutzte die Gelegenheit, um die Bedeutung der internationalen Schriftstellervereinigung herauszustreichen. Die Mitgliedschaft im PEN, so der deutsche PEN-Präsident Johano Strasser, gehe mit dem Auftrag einher, „jederzeit und überall für die Freiheit des Wortes und gegen alle Formen von Rassen-, Klassen- und Völkerhass aufzutreten“.
In Berlin tat dies zunächst wortgewaltig Literaturnobelpreisträger Günter Grass, der seine Eröffnungsrede in einer wütenden Attacke gegen den Irak-Krieg münden ließ. Danach widmeten sich die PEN-Mitglieder hauptsächlich hinter verschlossenen Türen der Situation der Schriftsteller – und der vielfach bedrohten Freiheit des Wortes. Die ernüchternde Bilanz des internationalen PEN-Präsidenten Jiri Grusa: Mehr als 1.000 Autoren sind ernsthaft in Gefahr, rund 200 verbüßen Haftstrafen von mehr als 20 Jahren.
Gegen Unterdrückung kämpft der PEN an, explizit als Schriftstellervereinigung und nicht als politischer Akteur, aber durchaus mit Unterstützung der Politik: Horst Köhler hatte die Schirmherrschaft über den Kongress übernommen, Angela Merkel zum Empfang ins Kanzleramt gebeten.
Die machtvollste Demonstration für die Freiheit des Wortes freilich ist immer noch das Wort selbst. Daher war der PEN-Kongress auch ein Festival der Weltliteratur. Für die öffentlichen Lesungen hatte das Deutsche PEN-Zentrum Autoren wie Nadine Gordimer, Per Olov Enquist und A.L. Kennedy gewinnen können, die unter anderem eine lange Lesenacht in der Akademie der Künste und einem Afrikaabend im Berliner Ensemble bestritten.
Dass der Kongress zum Erfolg wurde, lag nicht zuletzt an der akribischen Vorbereitung: Bereits 2004 hatte MediaCompany Berlin mit den Vorbereitungen begonnen. Das mehrsprachige Organisationsteam übernahm die Organisation aller Programmmodule, betreute die Teilnehmer und kümmerte sich um die Außendarstellung des Ereignisses.







