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„App-Nutzen“ ohne abzunutzen

Der Markt für Smartphones und Tablets boomt. Im Jahr 2014 werden rund 30 Millionen Stück abgesetzt, laut Branchenverband BITKOM zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Und mit dem Markt für die Hardware wächst auch der für Apps  teils ins Unübersichtliche. Was bedeutet das für App-Anbieter? Wer ein Smartphone oder Tablet besitzt, nutzt noch lange nicht Apps: Rund die Hälfte der deutschen Online-Nutzer sind auch App-Nutzer. Sie sind mehrheitlich unter 40, eher Männer als Frauen, und besitzen eher einen höheren Bildungsabschluss, also Abitur oder Studium (ARD-ZDF-Onlinestudie).

Apps sind mehr als Spielerei: Apps sollen vor allem einen Nutzen erfüllen und gut bedienbar sein. Ein Beispiel dafür ist die erfolgreiche Waldfibel für Android- und iOS-Smartphones und Tablets, die wir für das Bundeslandwirtschaftsministerium konzipierten. Als klares Bildungsangebot wendet sie sich besonders an Schüler, Lehrer und alle Naturinteressierten. Dieses und viele weitere hochwertige Angebote lassen den Markt für Service- und Social-Media-Apps stärker wachsen als den für Spiele-Apps. Guten Apps bleibt man treu: Gute Apps, die Nutzen bringen, werden meist auch schnell entdeckt, sei es von Fachportalen, Communitys oder den Stores selbst.

Und wer eine gute App „entdeckt“ und schätzen gelernt hat, behält diese auf dem Smartphone oder Tablet - im Gegensatz zu einer Website, die schnell einmal angeklickt und dann vergessen wird.

Apps wollen gepflegt werden. iPhone 6 und Co. sind bereits in der Pipeline, kein Jahr vergeht ohne Update der Systeme. Für Anbieter heißt das: auf dem Laufenden bleiben und der treuen Nutzergemeinde regelmäßig Support anbieten - inhaltlich wie technisch. Wie die von uns entwickelte App Zu gut für die Tonne. Mit mehr als 570.000 Downloads ist sie die erfolgreichste App eines Bundesministeriums. Sie erfüllt die wichtigen Voraussetzungen: Nutzen im Alltag sowie regelmäßig neue Inhalte und technischer Support. Resultat: Regelmäßige Downloads, gute Bewertungen und Mund-zu-Mund-Propaganda machen sie zum „Dauerbrenner“.


Der Autor: Gunnar Hansen arbeitet seit 2010 als PR-Berater bei der MediaCompany und betreut dort die Kampagnen- und Pressearbeit für öffentliche Institutionen und Unternehmen.